Das Erntedankfest

 

 

Das Erntedankfest findet sein Äquivalent im jüdischen Laubhüttenfest. Das Laubhüttenfest, an dem die Israeliten u.a. der Befreiung aus Ägypten gedachten, gibt es auch heute noch. Schon früh war man sich der Tatsache bewusst, dass nicht alles selbstverständlich ist. So dankten auch die Christen, wenn man etwas zur Ernte einbrachte. Die jüdischen Bräuche waren nicht gleich mit Christus verschwunden, eine Zeit lang feierte auch der Teil der Christen, der aus dem Judentum kam, die alten Feste weiter. Auch Jesus dankte am Laubhüttenfest. Ja, es ist nicht selbstverständlich, dass genug zu essen da ist, dass wir gesund sind und im Frieden leben, frei sind und ein Dach über dem Kopf haben. Auch wir wollen danken an diesem Tag.

Es gibt noch viel mehr, wofür es danke zu sagen gilt. Wir dürfen auch dafür danken, dass wir Maschinen und Geräte haben, die uns die Arbeit erleichtern. Ja, auch für die Inspiration, welche den Entwicklern dieser Werkzeuge geschenkt wurde, dürfen wir danken. Wir dürfen dafür danken, dass das ökologische System noch Lebensmittel für uns bereitstellt. Gleichzeitig müssen wir alle unsere Kräfte dafür einsetzen, diesen Planeten zu schützen, damit auch zukünftige Generationen von ihm seine Nahrung erhalten können. Die Schöpfung gehört geschützt und bewahrt. Man kann ahnen, dass die Natur ähnlich zerbrechlich ist, wie es wir Menschen sind.

Leider sterben auch in unserer Zeit noch immer!!! Menschen an den Folgen von Hunger. Wir sollten auch die logistischen Herausforderungen annehmen und lernen, aus unserem Überfluss zu geben. Auf einer Wallfahrt begegnete mir die Organisation Mary‘s Meals. Diese versorgt in der ganzen Welt Schulen, die ärmer sind, mit Lebensmitteln. Den Kindern wird dadurch die Chance geboten, in die Schule zu gehen und oft ist dies die einzige Möglichkeit für die Kleinen, an eine Mahlzeit zu gelangen.

Wenn wir auch nicht immer aktiv helfen können, dürfen wir dennoch nicht gleichgültig in unserem Luxus werden. Wie eine Krankheit erst den Wert der Gesundheit erkennen lässt, soll uns auch das Übermaß an Gütern nicht träge und anteilslos werden lassen. Danken wir Gott für die vielen Dinge, die wir gar nicht beachten, weil sie uns selbstverständlich sind und bitten wir ihn für die Not, die unsere Schwestern und Brüder bedrückt, die leider zu leicht aus dem medialen Blickfeld geraten. Und wenn wir können, leihen wir unsere vollen Hände an Gott aus, damit sein Reich immer näher und greifbarer auf dieser Erde wird. Beginnen wir damit, Gott danke zu sagen. Nichts ist selbstverständlich.

 

Praktikant Andreas Gold